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Arterielle Hypertonie: Was tun bei Bluthochdruck?

Arterielle Hypertonie, auch Bluthochdruck genannt ist ein Krankheitsbild, bei dem der Blutdruck in den Arterien dauerhaft erhöht ist. Eine Erhöhung liegt vor wenn der obere Wert des Blutdruck (systolischer Wert) über 140 mmHg und der untere Wert (diastolischer Wert) über 90 mmHg liegen.

Arterielle Hypertonie ist ein weit verbreitetes Krankheitsbild. Im deutschsprachigen Raum sind über 25% aller Erwachsenen betroffen. Obwohl Bluthochdruck in den meisten Fällen keine Beschwerden hervorruft, ist die Erkrankung gefährlich da sie zu zahlreichen Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht aus diesem Grund davon aus, dass arterielle Hypertonie für über 10% aller Todesfälle weltweit direkt verantwortlich ist. Daher stellt sich die Frage: was tun bei Bluthochdruck?

Inhalt:

Definition

Bei der arteriellen Hypertonie liegt gemäß WHO-Definition der Blutdruck dauerhaft und situationsunabhängig über 140 mmHg systolisch oder 90 mmHg diastolisch. Ein systolischer Blutdruck über 120 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck über 80 mmHg gilt als grenzwertig.

Vorübergehende Blutdruckerhöhung werden nicht zur arteriellen Hypertonie gezählt. Eine vorübergehende Erhöhung des Blutdrucks kann unter anderem durch eine Vergiftung, Drogenkonsum, Medikamente oder Schwangerschaft ausgelöst werden.

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Bluthochdruck Ursachen

Es existieren zahlreiche Ursachen die eine arterielle Hypertonie hervorrufen können. Grundsätzlich unterscheidet man daher zwischen zwei Arten von Bluthochdruck: Bei primärer Hypertonie handelt es sich um erhöhten Blutdruck ohne erkennbare Ursache. Sekundäre Hypertonie tritt hingegen als Symptom oder Folgeerkrankung einer anderen, bereits bestehenden Erkrankung auf.

Primäre Hypertonie

Bei der primären Hypertonie, auch essentielle Hypertonie genannt, liegen keine erkennbaren Ursachen vor. Sie stellt mit etwa 85% aller Hypertonie-Fälle die häufigste Form von Bluthochdruck dar. Heute geht man davon aus, dass bei primärer Hypertonie die Ursachen in einem ungesunden Lebensstil liegen: hierzu zählen vor Allem Bewegungsmangel, Übergewicht, ungesunde Ernährung sowie Stress.

Häufig tritt primäre Hypertonie auch im Rahmen eines metabolischen Syndroms auf. Das metabolische Syndrom, auch als tödliches Quartett bekannt, gilt neben dem Rauchen als größter Risikofaktor für Gefäß- sowie Herz-Kreislauferkrankungen. Beim metabolischen Syndrom treten neben einem hohen Blutdruck auch Übergewicht, Diabetes Typ 2 (Insulinresistenz) und Fettstoffwechselstörungen (hoher Cholesterinspiegel) auf.

Sekundäre Hypertonie

Bei der sekundäre Hypertonie handelt ist immer Folge einer anderen Grunderkrankung oder anderer nachweisbarer Faktoren. Bei Erwachsenen entfallen nur 15% aller Hypertonie-Fälle auf diese Art des Bluthochdruck. Bei Kindern hingegen tritt die sekundäre Hypertonie häufiger auf als die primäre Hypertonie.

Mögliche Ursachen für eine sekundäre Hypertonie sind:

  • Endokrine Störungen wie Schilddrüsenüberfunktion
  • Gefäßerkrankungen wie Aorteninsuffizienz (Herzklappenfehler), Stenosen (Verengung der Blutgefäße) oder Vaskulitis (Erkrankung der Blutgefäße)
  • Nierenerkrankungen
  • Psychiatrische Erkrankungen wie Panikstörungen oder soziale Phobie
  • Tumore

Bluthochdruck Symptome

In zahlreichen Fällen treten insbesondere bei milder Hypertonie keinerlei Symptome auf. Deshalb wird arterielle Hypertonie im Volksmund auch häufig leiser Mörder genannt. Das zuverlässigste Mittel um Bluthochdruck zu erkennen stellt daher das regelmäßige Messen des Blutdrucks dar. Dies ist insbesondere Menschen ab 45 zu empfehlen, da diese statistisch deutlich häufiger von der Erkrankung betroffen sind als junge Menschen.

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Bei schwereren Krankheitsverlauf können bei Bluthochdruck Symptome auftreten:

  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Schlaflosigkeit
  • morgendliche Kopfschmerzen
  • Luftnot
  • Sehstörungen
  • vermehrtes Durstgefühl
  • dumpfe Schmerzen in der Brust

Risiken und Folgeerkrankungen

Je höher der Blutdruck ist, desto mehr muss das Herz arbeiten, um die Organe und das Gewebe mit Blut zu versorgen. Permanent erhöhter Blutdruck gefährdet akut die Gesundheit, da Blutgefässe und der Organe des Körpers geschädigt werden. So wird unter Anderem das Herz strukturell geschädigt, was in einer Herzmuskelschwäche oder Herzversagen resultieren kann.

Ebenso kann arterielle Hypertonie zu einer Gefäßverkalkung, auch als Arteriosklerose bekannt, führen. Die daraus resultierende Verengung von Blutgefäßen kann eine Blutunterversorgung von Herz, Gehirn und Muskeln bewirken. Ist ein Gefäß durch Verkalkung verstopft, kann es zum Herzinfarkt und Schlaganfall kommen. Daneben kann hoher Blutdruck auch weitere Folgeerkrankungen wie Nierenversagen auslösen.

Da die Folgeerkrankungen von arterieller Hypertonie oft tödlich sind oder zur Invalidität (Beeinträchtigung der körperlichen und/oder geistigen Leistungsfähigkeit) führen, gilt Bluthochdruck als eine der gefährlichsten Erkankungen und stiller Mörder. Die Weltgesundheitsorganisation WHO vermutet, dass mehr als jeder achte Todesfall weltweit auf hohen Blutdruck zurückzuführen ist.

Eine Behandlung von Bluthochdruck ist daher in nahezu allen Fällen sinnvoll. Studien haben gezeigt, dass durch eine Behandlung von arterieller Hypertonie die Anzahl der Herzinfarkte um etwa 20%, die Anzahl der Schlaganfälle um etwa 35% und die Fälle von Herzversagen um 50% gesenkt werden können.

Medikamentöse Behandlung

Traditionell werden zur Behandlung von Bluthochdruck Medikamente eingesetzt, die den Blutdruck künstlich regulieren und somit auf ein normales Niveau absenken. Dennoch behandeln Medikamente lediglich das Symptom des hohen Blutdrucks und nicht die unterliegenden Ursachen. Nach Absetzen der Medikamente steigt der Blutdruck wieder auf ein erhöhtes Niveau. Die medikamentöse Behandlung ist aus diesen Gründen (obwohl sie oftmals nötig ist) nicht nachhaltig. Daher sollte Blutdruck-Patienten an einem gesünderen Lebensstil arbeiten, da einzig diese Verhaltensänderungen eine nachhaltige Senkung des Blutdruck bewirken können.

Wenn Ihr Arzt Ihnen Blutdruck-Medikamente verschrieben hat, sollten Sie deren Dosis niemals ohne medizinische Konsultation verändern. Ebensowenig sollten Sie Medikamente selbstständig an- oder absetzen.

Bluthochdruck natürlich senken

Da primäre Hypertonie in aller Regel durch einen ungesunden Lebensstil hervorgerufen wird, lässt sich arterielle Hypertonie oftmals durch Anpassungen im Lebensalltag natürlich senken. Hierunter fallen insbesondere die folgenden drei Lebensbereiche: gesunde Ernährung, Bewegung und Stressreduktion.

Bluthochdruck senken durch gesunde Ernährung

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung kann blutdrucksenkend wirken. Eine blutdrucksenkende Ernährung besteht aus viel Obst und Gemüse und frischen Zutaten. Insbesondere sind Lebensmittel, die reich an Vitamin C und Mineralien wie Kalium und Magnesium sind, gut für den Blutdruck. Welche Lebensmittel darunter fallen, erfahren Sie hier.

Vorgefertigte Produkte aus Fastfood-Ketten, Konserven und dem Tiefkühlfach hingegen sind schlecht für den Blutdruck, da diese oftmals einen sehr hohen Salzanteil haben und wertvolle Vitamine bereits bei der Produktion verloren gegangen sind. Außerdem sollte der Konsum von Fleisch und anderen tierischen Produkten mit hohem Fettanteil wie beispielsweise Käse reduziert werden.

Beim Salzkonsum scheiden sich die Geister: einst wurde Salz als Blutdruck-Treiber verteufelt. Heute zeigen neueste Studien jedoch, dass eine Verringerung der Salzzufuhr nur bei etwa jedem dritten Bluthochdruck-Patienten sinnvoll ist. Forscher vermuten, dass es eine genetische Determinante gibt, die festlegt ob der Blutdruck eines Menschens abhängig vom Salzkonsum ist. Diese Menschen werden auch als salzsensitiv bezeichnet. Daher ist es ratsam, mit dem Arzt Möglichkeiten zu besprechen, um die Salzsensitivität zu bestimmen. Bei salzsensitiven Menschen stellt nämlich die Reduktion des Salzkonsums eine sehr einfache Lebensstilumstellung dar, die zu einer Senkung des Blutdruck führen kann.

Sport und Bewegung

Die meisten Bluthochdruck-Patienten können überdies Sportarten mit geringer Intensität betreiben. Optimal sind hierbei regelmäßiges Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen. Generell wird Bluthochdruck-Patienten empfohlen, sich mindestens 150 Minuten pro Woche zu bewegen.

Zusammen mit einer Ernährungsumstellung lässt regelmäßige Bewegung zudem schnell die Pfunde purzeln. Dies hat nicht nur einen positiven Effekt auf der Waage - auch der Blutdruck kann durch eine Gewichtsreduktion sinken. Weiterhin können sich auch andere Symptome des metabolischen Syndroms, beispielsweise ein hoher Cholesterinspiegel, durch regelmäßigen Sport und gesunde Ernährung verbessern.

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In vielen Fällen lässt sich also der Bluthochdruck natürlich senken durch mehr Bewegung und eine gesunde Ernährung. Allerdings kann in einigen Fällen auch Stress ein maßgeblicher Auslöser von arterieller Hypertonie sein.

Stressreduktion

Auch wenn es bislang keine eindeutigen Nachweise für die Auswirkungen von Stress auf den Blutdruck gibt, gehen Experten davon aus, dass Stress als Risikofaktor zu Bluthochdruck beitragen kann. Wann Stress arterielle Hypertonie verursacht, lässt sich allerdings nicht pauschal sagen. Jeder Mensch verarbeitet Stress im alltäglichen Leben unterschiedlich. Daher sollten Hypertoniker versuchen, Stress zu vermeiden und bewusst abzubauen.

Zur Vermeidung von Stress am Arbeitsplatz und im Privatleben ist eine gute Zeitplanung hilfreich. Setzen Sie sich nur realistische Ziele und teilen sie Aufgaben in kleine Teilbereiche, die sie innerhalb maximal eines Tages abarbeiten können. Dadurch müssen Sie sich nicht stressen und haben jeden Tag ein kleines Erfolgserlebnis.

Überdies können Sie durch Entspannungsübungen Stress gezielt abbauen. Bei kleinen Panikattacken im Alltag hilft es beispielsweise bereits, für eine Minute still zu sitzen und tief durchzuatmen. Auch Meditation und Yoga eignen sich zum Stressabbau. Wir raten Ihnen hierbei, professionelle Kurse zu besuchen um die Grundlagen zu erlernen, bevor Sie die Entspannungsübungen alleine und zu Hause durchführen. Der positive Effekt dieser Übungen ist sogar belegt. So haben Studien gezeigt, dass Atemübungen und Yoga zu einer langfristigen Reduzierung des Blutdrucks führen können.